EXPO-Kirche

"...wie und warum die christlichen Kirchen und die Stahlindustrie zum Bau der EXPO 2000-Kirche zusammenfanden..."

"Ein Mittwochnachmittag im April 1996.

Ich hatte Vertreter der evangelischen, ökumenisch gesonnenen Jesus-Bruderschaft Gnadenthal/Hessen zu mir in die Bischofskanzlei nach Hannover eingeladen. Sie suchten Sponsoren für Volkenroda in Thüringen. Etliche Zeit vorher hatten sie das verfallende ehemalige Zisterzienserkloster bei Mühlhausen übernommen. Von Volkenroda aus war im Jahre 1163 das Ziesterzienserkloster Loccum gegründet worden. Also unser Mutterkloster. Sie suchten Sponsoren für den Wiederaufbau der von Thomas Müntzer und seinen Leuten 1525 zerstörten Klosterkirche.

Modern wollten sie das machen, kompatibel mit dem Alten, aber aus Glas und Stahl.

Ich hatte Mitglieder des Loccumer Konvents, den Leiter des Evangelischen Büros für die EXPO 2000, Dr. Wegner und andere Kundige dazugebeten. Vormittags hatten wir eine schlechte Sitzung gehabt. Keine vernünftigen Ideen für die EXPO 2000.  Nun also Sponsoren. Wer sollte wohl sein gutes Geld in die Gegend des Klosters Volkenroda geben?

Während dieses Gesprächs geschah es. Günter Oertel, der Vorsitzende der Jesus-Bruderschaft und ich, wir hatten den Einfall im gleichen Augenblick: "Wie wäre das, wenn wir die Kirche für Volkenroda in Glas und Stahl erst einmal auf die EXPO 2000 bauten, und sie dann nach Volkenroda verschöben? Für Volkenroda gibt kaum jemand Geld. Aber für eine Expo-Kirche! Das wäre der Knüller. Das wird gesponsert!" Es war ein ziemlich verrückter Gedanke. Wir sind mit einer Mischung aus Abenteuerlust, vorsichtigem Gottvertrauen, solider Geldbeschaffenheit und der erforderlichen Professionalität da heran gegangen.

Und unglaublich - es durfte gelingen.

Gott sei Dank."

Zitat von Landesbischof i.R. D. Horst Hirschler - Abt zu Loccum

 

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