Knapp 1500 Tage nach meiner ersten Nachricht im Freundesbrief nehme ich wieder die Feder in die Hand, um Euch Persönliches mitzuteilen. Als ich August 2016 in Volkenroda ankam, um die Stelle der Jugendreferentin zu besetzen, ahnte ich keineswegs die Größe des Abenteuers, das auf mich zukam.

Vier Jahre später bin ich erfüllt mit Dankbarkeit für alles, was ich hier erleben durfte. Sei es für die vielen Jugendgruppen, die alle unterschiedlich, auf ihre Art und Weise herausfordernd und spannend waren und mit denen ich oft tiefgehende Programmeinheiten durchführen konnte. Sei es für die zahlreichen Begegnungen mit Gästen, die mich sehr bereichert haben. Sei es für die Beziehungen zu Kolleginnen, Kollegen und Chefs, die mich manchmal an meine Grenzen geführt haben und durch die ich viel über mich und über andere gelernt habe. Sei es für die Gemeinschaft, die mir wohlgetan hat. Sei es für die vielen musikalischen und verkündigenden Dienste im Gottesdienst und bei den Gebetszeiten, wo ich gespürt habe, dafür schlägt mein Herz, und dafür bin ich eigentlich hier.
Der Wunsch, meine Berufung tiefgründiger zu leben, gekoppelt mit einer starken Sehnsucht nach einer gemeinschaftlichen und missionarischen Lebensform, treibt mich dazu, weiterzuziehen und Volkenroda zu verlassen. Im September 2020 trete ich in die Ordensgemeinschaft der Steyler ein. Und werde Ordensschwester.

Die Steyler Missionsschwestern (offiziell: Dienerinnen des Heiligen Geistes) sind eine katholische, apostolische und missionarische Ordensgemeinschaft, die auf der ganzen Welt tätig ist. Was mich bei ihnen fasziniert, ist, dass sie das Evangelium praktisch und konkret leben. Sie sind von Jesus begeistert, strahlen eine große Lebensfreude aus und sind tief mit Ihm verbunden. So möchte ich auch leben. Ich freue mich sehr auf die Zukunft und bin gespannt auf den neuen Weg, der vor mir liegt.

Natürlich geht diese Vorfreude Hand in Hand mit starken Abschiedsschmerzen. Es ist nicht wenig, was ich loslassen muss. Der Ort, die Menschen und manche Aufgaben sind mir sehr ans Herzen gewachsen. Ich werde sie vermissen. Klar ist, ich lasse ein Stückchen meines Herzens hier.

Von ganzem Herzen möchte ich Euch, Dir, danke sagen! Danke für die Begegnungen, für die Gespräche, für die horizont-erweiternden Erfahrungen, für verrückte Aktionen, für die Gemeinschaft und für das Lebenteilen hier in Volkenroda. Ich danke auch Jesus, dass Er mich hierher geführt und mir diese vier Jahre geschenkt hat. Und ich bin guter Zuversicht: Er wird Euch, Volkenroda und mich weiterhin gut führen. Und, wer weiß, vielleicht treffen wir uns wieder! In Volkenroda, in Frankfurt oder woanders. Es war und wird mir eine Ehre sein!

Anne-Sophie Dessouroux

Familie Thomas ist in Werther, Westfalen, am Fuße des Teutoburger Waldes, beheimatet. Als im Herbst 2019 der Entschluss gefasst wurde, das Mitlebendenhaus zu sanieren, erklärte sich Andreas Thomas, der in der Küchenindustrie tätig ist, bereit, eine neue Küche für das Mitlebendenhaus zu planen.
Während des Aufbaus haben wir Familie Thomas gefragt, warum sie sich so für das Kloster engagieren. Hier einige ihrer Antworten:

Andreas Thomas: „Wenn jemand ‚Küche‘ gesagt hat, war ich noch nie schnell genug unterm Tisch [= konnte ich nicht ‚Nein‘ sagen]. Außerdem freue ich mich darüber, dass mein Sohn Teil dieser Gemeinschaft sein darf.“

Christina Thomas: „Wenn junge Leute sich freiwillig engagieren, dann haben sie das Recht auf eine ordentliche Wohnung. Aus Dankbarkeit für die Erlebnisse des Sohnes will ich etwas an das Kloster zurückgeben.“

Lucas Thomas: „Ich freue mich, an diesem Ort, wo Menschen im Glauben zusammen leben, die Gemeinschaft für eine kurze Zeit teilen und neue Impulse bekommen zu können.“