Ein rotes Band, viele gute Wünsche und ein klarer Blick auf die Zukunft junger Menschen: Im Kloster Volkenroda ist am 24. August die neue Entdeckerscheune des Schulbauernhofs für das Europäische Jugendbildungszentrum (EJBZ) feierlich eröffnet worden. Entstanden ist ein Ort, der Naturerlebnis, Gemeinschaft, Bildung und christlichen Glauben miteinander verbindet.

Nach der Begrüßung durch Stiftungsvorstand Dr. Bernhard Voget führte EJBZ-Sprecherin und Jugendreferentin Katharina Herla in die Bedeutung des neuen Angebots ein. Ulrike Köhler, Leiterin der Kommunität Jesus-Bruderschaft, bat anschließend um Gottes Segen für den neuen Raum und alle Menschen, die dort künftig ein- und ausgehen.

Für einen politischen Akzent sorgten die Landtagsabgeordneten Andreas Bühl und Jane Croll, die das Kloster besuchten und gemeinsam das rote Band zur offiziellen Eröffnung durchschnitten. Beide nutzten den Anlass zugleich, um die Landespolitik für Kinder und Jugendliche in den Blick zu nehmen. Sie verwiesen auf aktuelle Schwerpunkte, bestehende Fördermöglichkeiten und Initiativen des Freistaats – ein Signal dafür, dass gute Jugendbildung vor Ort und politische Verantwortung zusammengehören.

Gerade in Thüringen sind solche außerschulischen Lern- und Erlebnisorte von besonderem Wert. Die Entdeckerscheune macht aus dem Schulbauernhof einen noch vielseitigeren Erfahrungsraum: Kinder und Jugendliche können Tiere hautnah erleben, Natur erkunden, forschen, spielen, ausprobieren und gemeinsam Abenteuer bestehen.

Dabei will das EJBZ mehr bieten als einen spannenden Tag auf dem Bauernhof. Als christlicher Lern- und Lebensort lädt Volkenroda dazu ein, auch grundlegende Fragen zu stellen: Was bedeutet Verantwortung für die Schöpfung? Wie gehen wir mit Natur und Tieren um? Und wo lassen sich Spuren Gottes im Alltag entdecken?

Die neue Scheune steht damit für einen Bildungsansatz, der Kopf, Herz und Hand zusammenbringt. Entdecken, fragen, staunen und gemeinsam unterwegs sein – in der Natur, in der Gemeinschaft und im Glauben: Dafür schafft das Kloster Volkenroda jetzt noch bessere Voraussetzungen.

Für Thüringens Kinder und Jugendliche ist das eine gute Nachricht. Denn Orte wie Volkenroda zeigen, dass Jugendbildung dann besonders stark wird, wenn junge Menschen nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern selbst etwas erleben, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erfahren dürfen.

Mit der Entdeckerscheune ist dafür ein neuer Möglichkeitsraum entstanden – mitten im Thüringer Land, mitten im Leben. Nun sind es die Kinder und Jugendlichen, die ihn mit ihren Fragen, Ideen und Abenteuern füllen werden.

 

Thüringer Allgemeine: Ein Artikel zu unserer neue Entdeckerscheune

Andreas Felger, Entwurf Theatervorhang 2024
Aquarell auf Papier – 33,7 x 65,2 cm © AFKS

Nicht immer verweisen große Dimensionen auch auf die Größe der Inhalte, sonst könnte jede Werbetafel durch schiere Größe Bedeutung beanspruchen. So auch in der Kunst. Aber es gibt auch raumfüllende Werke, die das Blickfeld entgrenzen, erhaben wirken und Energien freisetzen, die mit dem Raum, dem architektonischen und dem sozialen, interagieren. Zu diesen gehört auch Andreas Felgers Theater-Vorhang, der im Auftrag des Berliner Schauspielers und Regisseurs Marcel Kohler 2024 geschaffen und anlässlich des 90sten Geburtstags des Künstlers 2025 in Mössingen und im Christus Pavillon in Volkenroda ausgestellt wurde, bevor er seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt wird, in deutschen Theatern als Vorhang für Bühnenstücke Kohlers gezeigt zu werden.

Andreas Felger Kulturstiftung, Andreas Felger. Ein Theatervorhang, 30.8–31.10.2025, Ansichten vom Ausstellungsaufbau, Christus Pavillon, Kloster Volkenroda, Fotografin: Silke Landmann © AFKS

Andreas Felger, Entwurf Theatervorhang 2024
Aquarell auf Papier – 37,5 x 55 cm © AFKS

Der monumentale (11 x 22 m), nach Aquarell-Vorlagen Andreas Felgers beidseitig bedruckte Vorhang schlägt einen Bogen zurück zur beruflichen Laufbahn des Künstlers, der 1950 mit einer Lehre als Musterzeichner bei der Textilherstellungsfirma Pausa AG begann und dort viele Jahre tätig war, bis er sich Ende der 1970er Jahre entschied, sich ganz der freien Kunst zu widmen. Auch seine Verbindung mit dem Christus Pavillon reicht zurück bis zu den Anfängen des Gebäudes: Nach seiner Umsetzung von Hannover nach Volkenroda gestaltete Andreas Felger 2001 den Übergang zwischen dem zentralen Kirchenraum und dem Kreuzgang mit neun dreidimensionalen Holzreliefs, den sogenannten Kammern.

 

Sein aktuelles Werk zeigt gegensätzliche Welten: Die weitgehend abstrakte, entfernt landschaftlich inspirierte Komposition auf der einen und auf der anderen Seite eine figurenreich belebte Szene, die an theatrale Inszenierungen denken lässt. In Volkenroda spielte zu beiden Seiten des Vorhangs ein Stück – in dem das Publikum die Hauptrolle hatte.

 

Marvin Altner

 

 

Dr. Marvin Altner

Andreas Felger Kulturstiftung

www.af-kulturstiftung.de