Es muss nicht die Toscana sein

Welcher Kunstschaffende träumt nicht davon – eine Woche in lieblicher Landschaft und einem zauberhaften Anwesen, bei schönstem Sommerwetter mit sympathischen Mitmenschen, entspannten Essen und gutem Wein – malen, meißeln und modellieren? Aber es muss nicht unbedingt die Toscana sein, die dem Künstlerherz dieses Glück vermittelt! Diese Erfahrung machten über dreißig Teilnehmer und Teilnehmerinnen während der Kunstwoche VolkenrodART 2026 im August im Kloster Volkenroda. Landschaft – Architektur – Gemeinschaft – Sommerwetter – und vielerlei Möglichkeiten, sich unter Anleitung gestalterisch auszuprobieren. All dies trug dazu bei, in „künstlerischer Freiheit“ und gleichzeitiger „klösterlicher Gebundenheit“ allen den Raum zu geben, in dem sie Entspannung und Herausforderung, Stille und Gemeinschaft, Abstand und Nähe, Besinnung und Aktion finden konnten, um den eigenen Weg eines künstlerischen Tuns zu finden.

 

The stone controls me

Zum ersten Mal leitete Elli den Workshop „Steinbildhauerei“. Sieben Teilnehmer arbeiteten sich an sieben sehr unterschiedlichen Steinen in ganz eigenem Rhythmus ab – schon von weitem hörbar. Nicht nur die Künstler, auch die Steine machten zunächst, was sie wollten. Es wurde zu einem Lernen. auf den Stein zu hören und den Stein wahrzunehmen, bis ein Weg zu einer neuen Gestalt gefunden wurde. Manche bearbeiteten ihren Stein ganz zaghaft – andere kräftig und von allen sichtbaren Seiten. Am Ende zeigten sieben Bildhauer mindestens zehn Exponate vor. Und einige, die mit der Bahn angereist waren, orderten einen Chauffeur aus der Familie für den Rücktransport.

 

Erde mit eigenen Händen Gestalt geben

Anders bei Petra: Beim Modellieren mit Ton fanden sich einige Wiederholer neben Anfängern ein, die dann auch gleich wussten, was sie wollten. Um einen großen, langen Tisch arbeiteten sie sehr vertieft – Kneten, Formen, Streichen und Streicheln und Verzieren dieses Urstoffs. Nicht alles Gewollte gelang. Auch der Ton macht seine eigene Musik. Die stille Zwiesprache der Teilnehmer und dem Lehm wurde ergänzt durch das lebhafte Austauschen mit den anderen am langen Tisch.

 

Anleitung zum Falschmalen

Die Ermutigung von Jens, auch Fehler zu machen, war für viele Teilnehmer im Workshop Aquarell- und Acrylmalen zunächst eine Barriere. „Zehn Bilder malen, neun wegschmeißen!“ – diese Freiheit musste erst gewonnen werden. Doch Papier, Pinsel und Farbe waren genug da, so dass die einzelnen dann doch in Schwung kamen. Schließlich fand jeder seinen Weg – Farben – Motive – Techniken – Experimente. Am Ende waren wunderbare Bilder entstanden, und Papier war immer noch genug vorhanden.

 

Es muss nicht unbedingt die Toscana sein!

Eine Woche in lieblicher Landschaft und einem zauberhaften Anwesen, bei schönstem Sommerwetter mit sympathischen Mitmenschen, entspannten Essen und gutem Wein – malen, meißeln und modellieren. Dazu die Gottesdienste und Gebetszeiten im Kloster. Die Begegnungen an den Abenden, die schöne Ausstellung zum Abschluss – und darüber hinaus ein Konzert des engelsgleiche Landesjugendchors aus Sachsen-Anhalt – da sind sich Himmel und Erde ganz nah gekommen. Bei der Kunstwoche „VolkenrodART 2026“.

 

Der nächste Termin steht schon fest – VolkenrodART 2027 von 12. bis 18. Juli 2027.

 

Jens Wolf

 

17 Jahre Engagement in der Küche

Wer im Kloster zu Gast ist, bekommt vieles mit: die Ruhe des Ortes, die Gastfreundschaft, die schönen Räume – und natürlich das Essen. Eine, die dieses Geschehen seit vielen Jahren prägt, ist Ute,
die stellvertretende Küchenchefin.

Ute stammt aus dem Thüringer Wald und wurde ursprünglich Uhrmacherin. Dass sie irgendwann in der  Klosterküche landen würde, war eher Zufall. Oder, wie Ute es heute sieht, vielleicht doch Gottes Plan. Ute ging zum Bewerbungsgespräch einer Freundin mit ins Kloster – ausdrücklich nur als Begleitung. Doch dann wurde auch sie gefragt, ob sie es probieren wolle. Aus drei Tagen Probearbeit wurden bis heute 17 Jahre.

Heute ist die Küche ein hochprofessioneller Betrieb. Das Team besteht derzeit aus 13 Mitarbeitenden. Was man als Gast nur selten sieht, ist das, was dahintersteckt: ein Küchenteam, das schon frühmorgens beginnt, hunderte Mahlzeiten für Kindergärten, Schule und für die Gäste vorbereitet, Lieferungen organisiert, Buffets aufbaut, Sonderwünsche  berücksichtigt, spült, putzt, improvisiert – und dabei immer die Menschen im Blick behält, für die all das geschieht.

Bei aller Freude an ihrer Arbeit ist Ute durchaus ehrlich: Die Arbeit in der Küche ist anstrengend. Es muss effizient gearbeitet werden. Es gibt Stress, Personalausfälle und schwierige Situationen. Und trotzdem ist da etwas, das sie hält: Es ist der Ort. Das Kloster. Die Menschen. Und der christliche  Rahmen. Wenn sie nach einem langen Arbeitstag noch einmal durch das Kloster geht oder am Taufteich sitzt, dann gibt ihr das Kraft. Und nicht zu unterschätzen ist das Team. Ute beschreibt die Zusammenarbeit als offen und unkompliziert. Man könne sich gegenseitig sagen, wenn etwas nicht gut gelaufen sei, ohne dass jemand gleich verstimmt ist. Man redet miteinander, lacht viel miteinander – und wenn jemand einmal nicht gut drauf ist, bekommt er den nötigen Raum.

Liebe Ute! In 17 Jahren hat sich vieles verändert – all das hast du mitgetragen. Dafür möchten wir dir ganz herzlich danken. Ebenso dem gesamten Küchenteam. Denn hinter jeder Mahlzeit und jedem liebevoll angerichteten Buffet stehen viele  Menschen, viel Erfahrung, Organisation – und vor allem Teamarbeit.

Kristina Lohe, Interview mit Ute Köth

 

Ute arbeitet nicht nur im Kloster gerne in der Küche – zu Hause ist sie eine  begeisterte Tortenbäckerin.

Rezept für Utes klassische Buttercremtorte

Zutaten:

1 Biskuitboden

2 Stück Butter

1 Liter Milch

3 Päckchen Vanillepudding

 

Biskuitboden backen, auskühlen lassen und zweimal quer teilen.

1 l Milch mit drei Päckchen Vanillepudding und 6 Esslöffel Zucker kochen und kalt werden lassen (Zimmertemperatur). 2 Stück Butter (Zimmertemperatur) schaumig schlagen und den Pudding nach und nach unterheben.

Die Masse nochmal cremig aufschlagen. Einen Teil der Creme auf den Böden verteilen und schichten. Mit dem Rest der Creme die Torte einstreichen und dekorieren.

Viel Spaß!☺️

Ute Köth

 

 

Ein rotes Band, viele gute Wünsche und ein klarer Blick auf die Zukunft junger Menschen: Im Kloster Volkenroda ist am 24. August die neue Entdeckerscheune des Schulbauernhofs für das Europäische Jugendbildungszentrum (EJBZ) feierlich eröffnet worden. Entstanden ist ein Ort, der Naturerlebnis, Gemeinschaft, Bildung und christlichen Glauben miteinander verbindet.

Nach der Begrüßung durch Stiftungsvorstand Dr. Bernhard Voget führte EJBZ-Sprecherin und Jugendreferentin Katharina Herla in die Bedeutung des neuen Angebots ein. Ulrike Köhler, Leiterin der Kommunität Jesus-Bruderschaft, bat anschließend um Gottes Segen für den neuen Raum und alle Menschen, die dort künftig ein- und ausgehen.

Für einen politischen Akzent sorgten die Landtagsabgeordneten Andreas Bühl und Jane Croll, die das Kloster besuchten und gemeinsam das rote Band zur offiziellen Eröffnung durchschnitten. Beide nutzten den Anlass zugleich, um die Landespolitik für Kinder und Jugendliche in den Blick zu nehmen. Sie verwiesen auf aktuelle Schwerpunkte, bestehende Fördermöglichkeiten und Initiativen des Freistaats – ein Signal dafür, dass gute Jugendbildung vor Ort und politische Verantwortung zusammengehören.

Gerade in Thüringen sind solche außerschulischen Lern- und Erlebnisorte von besonderem Wert. Die Entdeckerscheune macht aus dem Schulbauernhof einen noch vielseitigeren Erfahrungsraum: Kinder und Jugendliche können Tiere hautnah erleben, Natur erkunden, forschen, spielen, ausprobieren und gemeinsam Abenteuer bestehen.

Dabei will das EJBZ mehr bieten als einen spannenden Tag auf dem Bauernhof. Als christlicher Lern- und Lebensort lädt Volkenroda dazu ein, auch grundlegende Fragen zu stellen: Was bedeutet Verantwortung für die Schöpfung? Wie gehen wir mit Natur und Tieren um? Und wo lassen sich Spuren Gottes im Alltag entdecken?

Die neue Scheune steht damit für einen Bildungsansatz, der Kopf, Herz und Hand zusammenbringt. Entdecken, fragen, staunen und gemeinsam unterwegs sein – in der Natur, in der Gemeinschaft und im Glauben: Dafür schafft das Kloster Volkenroda jetzt noch bessere Voraussetzungen.

Für Thüringens Kinder und Jugendliche ist das eine gute Nachricht. Denn Orte wie Volkenroda zeigen, dass Jugendbildung dann besonders stark wird, wenn junge Menschen nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern selbst etwas erleben, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erfahren dürfen.

Mit der Entdeckerscheune ist dafür ein neuer Möglichkeitsraum entstanden – mitten im Thüringer Land, mitten im Leben. Nun sind es die Kinder und Jugendlichen, die ihn mit ihren Fragen, Ideen und Abenteuern füllen werden.

 

Thüringer Allgemeine: Ein Artikel zu unserer neue Entdeckerscheune

Der Stiftungsratsvorsitzende Prof. Friedrich Vogelbusch und seine Ehefrau Heike Vogelbusch besuchen die Grabeskirche. Es sind wenig Touristen anwesend, daher gibt es hier keine Warteschlange.

Jerusalem: Abschied von einem Brückenbauer

Als wir Ende Juli Propst Joachim Lenz in Jerusalem besuchten, war schnell spürbar: Diese Stadt ist mehr als ein Ort der Geschichte. Sie ist Sehnsuchtsort der drei monotheistischen Religionen – und zugleich geprägt von Unsicherheit und den Wunden eines scheinbar nicht enden wollenden Konflikts.

Mit Joachim Lenz verbindet uns eine langjährige Freundschaft. Kennengelernt haben wir ihn während der Vorbereitungen des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2011. Er war in Dresden Kirchentagspastor. Später begegneten wir ihm als Vorstand der Berliner Stadtmission wieder. Für dieses neue Amt mit großer Verantwortung hat er bei Friedrich den Kurs „Management für Sozialunternehmen besucht. Als er überlegte, sich auf das Amt des Propstes in Jerusalem zu bewerben, durften wir ihn ermutigen. Dass der Rat der EKD ihn schließlich zum Propst von Jerusalem und Repräsentanten der Evangelischen Kirche im Heiligen Land berief, erfüllte uns mit großer Freude.

Sechs Jahre lang lebte und arbeitete er unmittelbar neben der Erlöserkirche in der Altstadt Ost-Jerusalems – mitten zwischen jüdischem, muslimischem und christlichem Leben. Seine Amtszeit wurde überschattet von der Corona-Pandemie und schließlich von Krieg und Terror. Besonders nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 erlebten wir einen zutiefst bewegten Joachim Lenz. In unseren Gesprächen berichtete er von der Verzweiflung der Menschen auf beiden Seiten, von zerstörtem Vertrauen und von der wachsenden Sprachlosigkeit. Gleichzeitig erzählte er immer wieder von Menschen, die trotz aller Gewalt Brücken bauen und den Dialog nicht aufgeben.

In einem Interview sprach er von einer „Hoffnungssturheit“. Dieser Begriff hat uns tief beeindruckt. Trotz aller Rückschläge hält er daran fest, dass Frieden möglich bleibt, wenn Menschen einander zuhören, sich nicht von Hass bestimmen lassen und den Glauben an Gottes Versöhnung bewahren.

Gerade wir Deutschen tragen gegenüber Israel und dem Heiligen Land eine besondere historische Verantwortung. Sie verpflichtet uns zu Solidarität mit den Opfern, zu Besonnenheit im Urteil und zum Gebet für Frieden und Gerechtigkeit. Die Kirche kann den Krieg nicht beenden. Sie kann aber Hoffnung wachhalten und diejenigen stärken, die sich für Verständigung einsetzen.

Ende Juli wurde Joachim Lenz verabschiedet. Im Advent wird Pfarrer Olliver Zobel sein Nachfolger. Bemerkenswert ist, dass Olliver Zobels beruflicher Werdegang ihn wiederholt nach Jerusalem und ins Heilige Land geführt hat, als Student, als Vikar an der Evangelischen Erlöserkirche und in der Leitung und Verwaltung der in Latrun bei Jerusalem ansässigen Jesus-Bruderschaft Gnadenthal. Auch hier liegt also eine Verbindung vor.

Wir danken Joachim Lenz für seinen mutigen Dienst an einem Ort, an dem christliche Hoffnung täglich auf eine harte Probe gestellt wird. Möge Gott seinen Dienst weiter segnen – und dem Heiligen Land den Frieden schenken, nach dem sich so viele Menschen sehnen.

Wer mehr Informationen im O-Ton lesen möchte, kann hier reinschauen: Jerusalemer Propst: „Es kam schlimmer“ | evangelisch.de

Prof. Friedrich Vogelbusch

 

Propst Joachim Lenz zeigt dem Ehepaar Vogelbusch in der Grabeskirche ein historisches Grab

Morgens wird in der Al Aksa Moschee der Teppich gereinigt. Blick durch ein geöffnetes Fenster — Geheimtipp von Joachim Lenz

 

Andreas Felger, Entwurf Theatervorhang 2024
Aquarell auf Papier – 33,7 x 65,2 cm © AFKS

Nicht immer verweisen große Dimensionen auch auf die Größe der Inhalte, sonst könnte jede Werbetafel durch schiere Größe Bedeutung beanspruchen. So auch in der Kunst. Aber es gibt auch raumfüllende Werke, die das Blickfeld entgrenzen, erhaben wirken und Energien freisetzen, die mit dem Raum, dem architektonischen und dem sozialen, interagieren. Zu diesen gehört auch Andreas Felgers Theater-Vorhang, der im Auftrag des Berliner Schauspielers und Regisseurs Marcel Kohler 2024 geschaffen und anlässlich des 90sten Geburtstags des Künstlers 2025 in Mössingen und im Christus Pavillon in Volkenroda ausgestellt wurde, bevor er seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt wird, in deutschen Theatern als Vorhang für Bühnenstücke Kohlers gezeigt zu werden.

Andreas Felger Kulturstiftung, Andreas Felger. Ein Theatervorhang, 30.8–31.10.2025, Ansichten vom Ausstellungsaufbau, Christus Pavillon, Kloster Volkenroda, Fotografin: Silke Landmann © AFKS

Andreas Felger, Entwurf Theatervorhang 2024
Aquarell auf Papier – 37,5 x 55 cm © AFKS

Der monumentale (11 x 22 m), nach Aquarell-Vorlagen Andreas Felgers beidseitig bedruckte Vorhang schlägt einen Bogen zurück zur beruflichen Laufbahn des Künstlers, der 1950 mit einer Lehre als Musterzeichner bei der Textilherstellungsfirma Pausa AG begann und dort viele Jahre tätig war, bis er sich Ende der 1970er Jahre entschied, sich ganz der freien Kunst zu widmen. Auch seine Verbindung mit dem Christus Pavillon reicht zurück bis zu den Anfängen des Gebäudes: Nach seiner Umsetzung von Hannover nach Volkenroda gestaltete Andreas Felger 2001 den Übergang zwischen dem zentralen Kirchenraum und dem Kreuzgang mit neun dreidimensionalen Holzreliefs, den sogenannten Kammern.

 

Sein aktuelles Werk zeigt gegensätzliche Welten: Die weitgehend abstrakte, entfernt landschaftlich inspirierte Komposition auf der einen und auf der anderen Seite eine figurenreich belebte Szene, die an theatrale Inszenierungen denken lässt. In Volkenroda spielte zu beiden Seiten des Vorhangs ein Stück – in dem das Publikum die Hauptrolle hatte.

 

Marvin Altner

 

 

Dr. Marvin Altner

Andreas Felger Kulturstiftung

www.af-kulturstiftung.de

 

 

Pilgern auf Schwedisch

 

„Begegnung belebt“, so lautet das Motto des Klosters Volkenroda. Ende April wurde es zum zweiten Mal in einer interessanten Facette mit Leben gefüllt: Im Rahmen eines deutsch-schwedischen Pilgertreffens. Den größeren Rahmen steckt die Partnerschaft zwischen der

EKM und der Diözese Lund mit Pilgerpfarrer Magnus Malmgren aus Lund. Diesmal wählte ich ganz neue Strecken und Ziele und ein Zeitfenster, in das sowohl das mittelalterliche Blütenfest in Siloah als auch die Volkenrodaer Christuswallfahrt fiel. Belebende  Begegnung konnten die acht Deutschen und acht Schweden gleich dreifach erfahren: freundliche, neugierige und interessierte Begegnung miteinander. Sprachkenntnisse waren auf beiden Seiten vorhanden — und es gab Mimik und Gestik. Begegnung mit sich selbst, wenn wir schweigend pilgerten oder ein stiller Raum zum Rückzug einlud. Und Begegnung mit Gott in Kirchen und Kapellen, dem Christus-Pavillon, in zweisprachigen Andachten, Liturgien, Singen und Beten. Begleitet haben uns die „Sieben Sehnsuchtsworte“ aus der skandinavischen Pilgerspiritualität: Stille, Langsamkeit, Unbekümmertsein, Freiheit, Spiritualität, Teilen und Einfachheit. Darüber hatten wir an zwei Abenden einen äußerst intensiven Austausch. Der letzte Abend war dem Rückblick und einem Schweden-Eisbecher vorbehalten. Die immer noch beliebte DDR-Spezialität enthält Vanille-Eis, Apfelmus, Eierlikör und Sahne – und alle waren begeistert.

Von vielen Erlebnissen, Eindrücken und berührenden Momenten könnte ich berichten: vom Pilgern von der schönen Kirche Aspach zum Blütenfest, immer dem großen, weißen Kreuz von Siloah entgegen; vom Weg von diesem Kreuz nach Weingarten und dem Singen in der Apsis dieser wohl ältesten Dorfkirche Thüringens; von der Thüringer Bratwurst nach dem Besuch des Heimat- und Technikmuseums Großmehlra; vom Pilgern über den Eselsstieg zur Christus-Wallfahrt, dem Zusammentreffen mit vielen anderen Pilgergruppen der Region und schließlich vom feierlichen Einzug zum Festgottesdienst und der Lesung des Evangeliums auf Schwedisch und Deutsch. Der Segen war schließlich sogar dreiprachig: Schwedisch-Dänisch-Deutsch, denn in der Gruppe war auch die dänische Pilgerpastorin Elizabeth Knox-Seight dabei.

Begegnung belebt – und davon lebt auch die Ökumene. Das schöne Format des gemeinsamen Pilgerns soll fortgesetzt werden. Ich ende meinen Bericht mit der Erkenntnis: zufriedene Schweden hat man dann, wenn immer für genügend Kaffee gesorgt ist. Und vielleicht hast du Lust, einmal deinem Sehnsuchtswort nachzuspüren.

– Elke Möller

Der Glaube an Jesus Christus lebt durch die Begegnung untereinander und mit Ihm.


Predigt über Apostelgeschichte 8, 26-39

Hier geht es zur Predigt

Rühmt euch eurer Schwächen.


Predigt über 2. Korinther 12, 1-10 und über den Pfarrer von Ars.

Hier geht es zur Predigt

„Finale 2.0 alles außergewöhnlich“ – es ist die alltäglich gewordene Begegnung mit dem Kreuz und der Auferstehung, die hier in neuem, außergewöhnlichem Licht erscheint. Thematisch spannen die Arbeiten den Bogen vom letzten Abendmahl über die Kreuzigung bis zu Auferstehung und Pfingsten. Mit unterschiedlichen Gestaltungsmitteln wie Objekten, Zeichnungen, Malerei oder Fotografie eröffnen sich ungewohnte Perspektiven und holen die Geschehnisse der Passion in unsere Nähe.

Hennry Wirth: Nach dem Studium Kommunikationsdesign in Würzburg ab 1997 Gründung der DesignCompany H.Wirth, verstärkt auch als Freelancer für andere Agenturen tätig. Jahrelanges Mitglied in der Allianz deutscher Designer (AGD), im Berufsverband Bildender Künstler (BBK), in der Künstlervereinigung „Das Rad“ (Christen in künstlerischen Berufen) und dem Kreativkollektiv ODERMALSO.

In seiner künstlerischen Arbeit legt er den Fokus auf ökologische und gesellschaftspolitische Themen. Dabei nutzt er medienübergreifend z. B. Zeichnungen, Objekte, Malerei, Performance oder Installationen. In letzter Zeit arbeitet er wieder verstärkt mit Installationen und Performance.

Zur Ausstellung „Finale 2.0 alles außergewöhnlich“ ist das Buch „Finale 2.0“ von Hennry Wirth und Werner May im Verlag J. H. Röll, Dettelbach erschienen. Werner May hat zu ausgewählten Kunstwerken aus seiner Perspektive passende Gedichte und Texte hinzugefügt. Das Buch liegt bei der Ausstellung aus.

Start der Ausstellung am Pfingstsonntag, 19. Mai 2024

Ende der Ausstellung: 14. Juli 2024

Zur Website der Ausstellung

Ökumenische Christus-Wallfahrt zum Kloster Volkenroda
Sternwanderungen, Gottesdienst und Festprogramm

 

Seit Jahrtausenden begeben sich Menschen aller Kulturen auf Pilgerwege. Sie verlassen ihre gewohnte Umgebung – in der Sehnsucht nach neuen Erfahrungen, in der Hoffnung auf interessante Begegnungen und auf der Suche nach Gott.

Als Highlight im Frühjahr hat sich schon seit mehreren Jahren die ökumenische Christus-Wallfahrt zum Kloster Volkenroda etabliert. Hunderte Menschen aus ganz Mitteldeutschland haben in den vergangenen Jahren jeweils die Möglichkeit genutzt, zum Christus-Pavillon des Klosters Volkenroda zu pilgern. Auch für den 28. April 2024 werden wieder viele Menschen erwartet, die gemäß dem Motto des Klosters Volkenroda „Begegnung belebt“ andern Menschen und Gott begegnen möchten.

Veranstalter sind das Kloster Volkenroda mit der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM), dem Bistum Erfurt und dem Posaunenwerk der EKM. Mit der größten ökumenischen Veranstaltung in Thüringen wird die neue Saison am Christus-Pavillon eröffnet, der dann bis Ende Oktober täglich besichtigt werden kann. Höhepunkt der Wallfahrt ist ein ökumenischer Gottesdienst um 15.00 Uhr.

 

Start der Christus-Wallfahrt ist am 28. April mit Sternwanderungen von verschiedenen Orten aus, so dass jeder Pilger die für ihn passende Strecke auswählen kann. Der längste Weg mit etwa 18 Kilometern beginnt um 8.45 Uhr in Beberstedt, für die kürzeste Variante mit etwa drei Kilometern ist Treffpunkt um 10.30 Uhr in Körner. Interessenten am Familienpilgern können sich um 10 Uhr in Grabe einfinden. An Stationen wird Rast gemacht, um innezuhalten, zu singen oder kurze geistliche Impulse zu hören.

 

Nach der Ankunft im Kloster gegen 12.00 Uhr beginnt ein Festprogramm mit Essen, Kinderangeboten, Blasmusik und einem Markt der Möglichkeiten. Der Ökumenische Gottesdienst (15.00 Uhr) wird von Bläsern vom Posaunenwerk der EKM und anderen Musikern gestaltet, ein Kindergottesdienst beginnt zeitgleich. Anschließend wird zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

 

Der genaue Ablauf der Christus-Wallfahrt:

Pilgerwege

08:45 Beberstedt, Kirche St. Martin

08:45 Ebeleben, St. Bartholomäus

09:00 Horsmar, Kirche St. Pancratius

10:00 Grabe, Furthmühle

10:00 Schlotheim, Pfarramt, Herrenstr. 1

10:30 Obermehler

10:30 Körner, Pfarramt, Dammstr. 11

 

12:00 – Festprogramm auf dem Klostergelände

Essen, Kinderangebote, Markt der Möglichkeiten, Blasmusik

 

15:00 – Ökumenischer Gottesdienst

mit Posaunen, Jugendband und extra Kindergottesdienst

 

16:30 – Ausklang bei Kaffee & Kuchen

„Wie, du geht’s ins Kloster ?“ – Das war wohl mit die häufigste Reaktion, die ich bekommen habe, als ich gefragt worden bin, was ich nach der Schule machen werde. Viele stellen sich unter einem Kloster das typische Bild aus dem Mittelalter vor: Dicke Mauern, keinen Kontakt zur Außenwelt, mehrere Male am Tag und in der Nacht beten und und und.

Doch ich kann euch versichern, so ist es im Kloster Volkenroda nicht!

Es ist ein lebendiger Ort, ein Ort der Begegnung und des Durchatmens. Es gibt ruhige Tage, aber auch Tage, an denen hier richtig Action ist. So oder so, es wird dir hier definitiv nicht langweilig werden. Das Kloster bietet dir die Möglichkeit, das Berufsleben kennenzulernen, dich auszuprobieren,  im Glauben und auch persönlich zu wachsen und zu lernen, wie ein Unternehmen funktioniert. Es ist ein Ort, an dem man sich sofort dazugehörig fühlt, wie in einer großen  Familie. Kein Tag gleicht hier dem anderen. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Während deiner Zeit im Kloster wirst du mit vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt kommen, sei es mit den  Mitarbeitern, der Kommunität, den Bewohnern Volkenrodas oder deiner WG.

Es wird eine unvergessliche, aufregende und spannende Zeit werden.

 

 

 

Lust bekommen? Neugierig geworden?

Nutze doch eines der tollen Angebote aus unserem Jahresprogramm, um  das Kloster näher kennenzulernen.

Hier geht es zur Mitleben-Seite

Autor: Marike Thiele

„Meine Zeit steht in Deinen Händen“,

dieser Vers aus Psalm 31 – den wir regelmäßig in unserem Morgengottesdienst singen – hat etwas Beruhigendes. Mich entlastet es zu wissen, dass bei all unserer Hektik und Betriebsamkeit, Gott unser Leben in der Hand hält. Weil wir vieles aber eben nicht alles in unserem Leben planen können, ist es gut für den „Fall der Fälle“, der oft an sich schon Aufregung genug bringt, das Wichtigste gut geordnet zu haben.

 

Deshalb bieten wir zusammen mit der Evangelischen Landeskirche Baden und der Diakonie Mitteldeutschland jetzt regelmäßig und kostenlos Materialien sowie Veranstaltungen zu Vorsorgethemen an:

Unter dem Link finden Sie aktuelle Angebote zur Vorsorge:

Weitere Infos

Seit diesem Jahr ist es möglich bei uns im Kloster Volkenroda ein Freiwilliges Ordensjahr zu machen.

 

Wir laden Menschen ein, ihrer Sehnsucht nach Glaubenserfahrungen nachzugehen, alternative Lebensentwürfe kennenzulernen und uns bei unserem Dienst tatkräftig zu unterstützen.

Weitere Informationen finden Sie auf der dazugehörigen Seite, mit einem Klick auf den Button.

Freiwilliges Ordensjahr

Philip Kampe ist seit Oktober 2023 Pfarrer am Kloster Volkenroda. Das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland hat den 49-jährigen Theologen unter mehreren Bewerbern zum Nachfolger von Dr. Abrecht Schödl berufen, der dieses Amt seit 2007 innehatte. Philip Kampe ist verheiratet und hat fünf Kinder. In den letzten zehn Jahren war er Gemeindepfarrer im badischen Linkenheim (Kirchenbezirk Karlsruhe-Land). Die siebenköpfige Familie ist bereits im August 2023 auf das Klostergelände nach Thüringen umgezogen.

Philip Kampe wurde 1974 im Landkreis Hannover geboren, wurde von der Arbeit mit Kindern in seiner Heimatgemeinde im badischen Flehingen geprägt, leitete dort schon als Jugendlicher den Kindergottesdienst und studierte nach dem Abitur Evangelische Theologie an der Universität Heidelberg. Nach dem Lehrvikariat in Bad Dürrheim im Schwarzwald war er für ein Jahr an der Erlöserkirche in Jerusalem tätig, bevor er in den Pfarrdienst der Evangelischen Landeskirche in Baden wechselte. Die Einführung erfolgte in einem festlichen Gottesdienst am Sonntag, den 15. Oktober 2023, um 10.00 Uhr im Christus-Pavillon Volkenroda.

Philip Kampe hat bereits in seiner bisherigen Tätigkeit den Schwerpunkt auf ermutigende Predigten und inspirierende Gottesdienst gelegt; er freut sich, dies nun in Volkenroda tun zu dürfen. Als ausgebildeter Gottesdienstberater wird er auch für die Ausbildungskurse von Lektoren und Gemeindekümmerern zuständig sein. Hinzu kommen zahlreiche Seminarangebote, Ausstellungen und Konzerte, sowie die Begleitung von Pilgern und andern Mitlebenden. „Impulse aus Volkenroda stärken die Menschen im Glauben und ermutigen sie für ihr Christsein im Alltag. Von hier aus soll das Evangelium in die Umgebung und ins ganze Land ausstrahlen“, freut sich der Klosterpfarrer.

Das erste Mal war er 2018 im Rahmen einer Studienreise des Dekanats Karlsruhe-Land in Volkenroda. „Wie schön wäre es, dauerhaft hier leben und arbeiten zu dürfen“, dachte er sich schon damals. Dieser Wunsch ist nun in Erfüllung gegangen. Während des ersten Jahres seines Dienstes gilt es, sich in die Strukturen des Klosters einzufinden und viele neue Kontakte zu knüpfen.

Privat spielt Philip Kampe Schlagzeug. Und er liebt es, mit seiner Familie oder Freunden bei Gesellschaftsspielen am Tisch zu sitzen.